Wuppertal/Haan #OsterholzBleibt: Ein Waldspaziergang mit Überraschungen

Ein Waldspaziergang gegen die Rodung von 5 Hektar des Osterholzes mit schönen Überraschungen. Es brodelt auf der Statdtgrenze von Wuppertal und Haan-Gruiten.

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Der Osterholz liegt auf die Stadtgrenze von Wuppertal und Haan-Gruiten. Dort möchte die Firma Oetelshofen noch dieses Jahr 5 Hektar Wald roden. Der Betreiber von einem Kalksteinbruch geht seit Jahrzehnten mit einer Salami Taktik vor, hier wird ein bißchen gerodet, da wird ein bißchen gerodet und es geht ja immer nur um ein kleines stückchen Wald. Dieses mal sind es 5 Hektar Wald für eine Abraumhalde. Eine Abraumhalde ist ein verniedlichendes Wort für eine Mülldeponie. Dort soll das unbrauchbaren Material das aus der Kalksteingrube gefördert wurde gelagert werden.

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Heute, Sonntag den 30. Juni 2019, wurde mittels eines ersten Waldspazierganges dagegen protestiert. Obwohl es ein Dorfsfest in Haan-Gruiten gab, begaben sich etwa 70 Menschen in den Wald. Es wurde gezeigt, welcher Teil vom Wald gerodet werden soll und welche Funktionen der Wald für das Ökosystem hat. Während des Spaziergangs war Till Iseke, Assistent der Geschäftsführung auch anwesend und hat dort mit Teilnehmer*innen diskutiert. Über die Kalklieferungen an RWE’s Braunkohleindustrie wollte er nicht so gerne sprechen. Als ihm gesagt wurde das diese Kalklieferungen wichtig für die Braunkohleindustrie sind und die Firmen Iseke und Oetelshofen deswegen mitverantwortlich für die größte Umweltzerstörung in NRW sind, wiegelte er das ab. „Das sehe er anders…“ Das hat jetzt nicht wirklich jemanden überrascht, Till Iseke lenkte dann schnell wieder vom Thema ab und versuchte weiterhin Menschen zu überzeugen. Dies gelang ihm allerdings nur mäßig.

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Ein großen Teil von dem am Osterholz geförderten Kalk geht an Thyssen-Krupp, ein anderer großer Teil geht an RWE’s Braunkohlen Industrie im Rheinischen Revier. Der Kalk von Oetelshofen wird in Entschwefelungsanlagen in den Braunkohlekraftwerken eingesetzt. Kalk wird in Kombination mit Kraftwerksasche aber auch direkt im Braunkohlentagebau benötigt und zwar als Säure-Puffer. Hiermit wird versucht den steten Strom von Schadstoffen in den Untergrund vom Tagbau zu stoppen. Der BUND schreibt dazu: „Im Endeffekt könnten diese Maßnahmen lediglich zu einer Reduzierung der Pyritverwitterung um circa vier Prozent führen. Damit ist eine relative Minimierung der Versauerung des Grundwassers von maximal einem Drittel erreichbar, das heißt es verbleiben zwei Drittel Versauerungspotential.“

Kurz nachdem der Waldspaziergang an einem vor einigen Jahren schon gerodeten Waldstück vorbei kam, hing plötzlich Ein Transparent an den Bäumen: „Wald statt Müll – Osterholz Bleibt“. Es war das Intro von was noch kommen sollte. Etwa 150 Meter nach dem Transparent, hing ein Aktivisti mit einem weiteren Transparent in den Bäumen. Auf diesem zweiten Transparent stand: „Soli Grüße an Hambi – One Struggle One Fight – #OsterholzBleibt“. Ein Stückchen weiter hingen wieder Aktivistis in den Bäumen: „Wie ihr in Wald hineinruft…“. Die Aktivistis in den Bäumen wurden mit Applaus von den Teinehmer*innen des Waldspaziergangs begrüßt.

Später erfuhren wir das vor den Waldspaziergang ein Aktivisti in Gewahrsam genommen wurde. Diese Person wurde aber nach einige Zeit wieder freigelassen. Dies mag damit zusammen hängen dass das Klettern in Bäumen nicht verboten ist, es ist noch nicht mal eine Ordnungswidrigkeit.

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Wir schicken solidarische Grüße aus dem Wuppertaler/Haaner Osterholz an alle diesen lieben Menschen im Hambacher Wald.

Nächsten Sonntag findet der zweite Waldspaziergang statt. Wir treffen uns um 13:00 Uhr auf dem östlichen Wanderparkplatz Grube 7 (Nähe Kreuzung Hahnenfurther Weg – Habbach, dort steht ein Schild Wanderparkplatz Grube 7), Haan (Gruiten)

Treffpunkt: Routen Planer und Karte: https://www.openstreetmap.org/?mlat=51.2323&mlon=7.0280#map=15/51.2323/7.0280

Rad Route Karte (Open Street map):https://www.openstreetmap.org/?mlat=51.23229&mlon=7.02798#map=17/51.23229/7.02798&layers=C

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